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Ein Besonderes Jahr 2020 Für Das Nordbayerische Jugendblasorchester

 

Wie jedes Jahr haben sich Musikerinnen und Musiker aus ganz Nordbayern Ende August für eine Arbeitsphase des Nordbayerischen Jugendblasorchesters in der Musikakademie Hammelburg getroffen.

Wie jedes Jahr?  - Nicht ganz.

2020 ist für Alle ein ganz besonderes Jahr, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Vor Allem für das NBJBO startet in dieser doch speziellen Zeit ein neuer Abschnitt in seiner Geschichte.

1988 wurde das NBJBO gegründet und seitdem von dem damaligen Bundesdirigenten Ernst Oestreicher geleitet. Dieser zieht sich jedoch immer mehr in seinen wohlverdienten Ruhestand zurück und hat somit auch das NBJBO schweren Herzens abgegeben. Seit einem Auswahlverfahren Anfang des Jahres steht nun fest, dass die künstlerische Leitung nun in den Händen des Österreichers Bernhard Schlögl liegt.

Damit die Arbeitsphase trotz der ungewöhnlichen Umstände stattfinden konnte, wurde von Seiten des Organisations-Teams des NBJBO´s bereits im Vorfeld alles für eine Durchführung getan. So wurde vorab in Zusammenarbeit mit dem Musikbund und der Musikakademie ein Hygienekonzept erarbeitet, was den sich immer wandelnden Umständen stetig angepasst wurde.

Leider musste das geplante Konzertwochenende abgesagt werden. Stattdessen wurde ein Konzert am Ende der Phase in der Akademie angesetzt. Dieses musste dann jedoch kurzfristig wetterbedingt ebenfalls abgesagt werden und es wurde ein professioneller Live-Konzert-Mitschnitt gemacht.

Trotz diesen Umständen und den verschärften Bedingungen, wie Maskenpflicht und Abstand, hatten die Musiker eine schöne gemeinsame Zeit in Hammelburg und nutzten die Möglichkeit, ihren neuen Dirigenten kennenzulernen. Über die Woche ist das Orchester mit vielen neuen Mitgliedern unter der Leitung von Bernhard Schlögl zu einer großartigen Gemeinschaft zusammengewachsen, welche nicht nur durch die durchweg positive Probenatmosphäre, sondern auch durch gemeinschaftliche Wanderungen um die Akademie in Hammelburg entstand.

Der Dirigent hatte das Orchester mit seiner angenehm motivierenden Art sehr gut im Griff und es wurden Werke wie „Ouverture to Candide“ von Leonard Bernstein und „Poème Montagnard“ von Jan Van der Roost erarbeitet. Letzteres war eines der Hauptwerke und ganz speziell eine Herausforderung für die MusikerInnen: Einige mussten für einen tänzerischen Ausschnitt des Stücks kurzerhand das Spielen von Alt-, Sopran- und Tenorblockflöte erlernen. Mit leichten Startschwierigkeiten wurde dies aber mit Bravour gemeistert. Das wohl emotionalste Werk für das Orchester war „Magga - from the The Four Noble Truths“ von Philip Sparke, welches durch seine schwebende Atmosphäre die Luft im Proberaum zum Knistern gebracht hat. Als zweites größeres Werk neben „Poème Montagnard“ wurde das sowjetisch angehauchte Werk Symphony Nr. 3 „Slavyanskaya“ von Boris Tikhonovich Kozhevnikov erarbeitet. Dieses 1958 entstandene Blasorchesterwerk zwang das Orchester in seinen vier Sätzen unterschiedlichster Art in die Extremen der Dynamik und Technik. Der spielerische 5. Satz „Dance“ aus „The Valencian Widow“ von Aram Khachaturian verlangte dem NBJBO durch sein schnelles Tempo alles ab. Abgerundet wurde das eigentlich geplante Konzertprogramm mit Bigband-Sound und bekannten Melodien aus dem Musical „Girl Crazy“ von George Gershwin.

Musikalisch und menschlich wurde diese Woche nur leicht durch das aktuell einschränkende Virus und den damit einhergehenden Vorschriften beeinflusst. Die Musiker nahmen die Herausforderungen an und meisterten diese ohne Probleme.

Die jährliche Probenwoche des NBJBO´s wurde geprägt durch einen aufgeschlossenen, mitreisenden Dirigenten, einer perfekt harmonisierenden Gemeinschaft und dem Willen, täglich auf höchstem Niveau zu musizieren. Das ist es, was das „Nordbayerische“ ausmacht. 

 

 

 

 

Bernhard Schlögl ist neuer Dirigent des Nordbayerischen Jugendblasorchesters

 

 

 

Seit Anfang März steht es fest: Der neue Dirigent des Nordbayerischen Jugendblasorchesters (NBJBO) heißt Bernhard Schlögl. Der Österreicher setzte sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren gegen die hochkarätige Konkurrenz durch.

Nachdem Prof. Ernst Oestreicher im Herbst 2018 nach 30 Jahren erfolgreichen Wirkens den Taktstock des NBJBO abgab, wurde nach einer 1-jährigen Übergangsphase nun ein neuer musikalischer Leiter für das symphonische Aushängeschild des NBMB gesucht. Zum Ende des Bewerbungsschlusses gingen beim Nordbayerischen Musikbund 30 Bewerbungen verschiedenster internationaler Dirigentinnen und Dirigenten ein. Aus diesen wählte ein Gremium aus Präsidium, Musikkommission und Orchestervorstand einige Bewerber und Bewerberinnen aus, die zu Online-Vorstellungsgesprächen eingeladen wurden. Am 1. März fand schließlich das Vordirigat mit drei der Bewerber und den Musikerinnen und Musikern des NBJBO statt. Eine Bewertungskommission sowie die Musikerinnen und Musiker selbst beurteilten nun die Probenarbeit mit dem Orchester: Jeder Dirigent arbeitete mit dem Orchester an einem vom NBMB vorgegebenen Einspielstück, dem ebenfalls vorgegebenen Stück „Excelsior“ von Rob Goorhuis sowie einem Selbstwahlstück. Nach diesem erkenntnisreichen Tag stand fest: Bernhard Schlögl konnte sich knapp gegen die starke Konkurrenz durchsetzen und ist nun der neue Leiter des NBJBO. Ein Österreicher tritt also die Nachfolge von Prof. Ernst Oestreicher an.

Der Posaunist und Musikpädagoge aus Tirol ist aufgrund seines zusätzlichen Studiums der Blasorchesterleitung bei Hermann Pallhuber und Thomas Ludescher und dessen Abschluss mit Auszeichnung für die Leitung dieses motivierten Orchesters bestens geeignet. Auch im Bereich der Brass Band Leitung absolvierte er einen Lehrgang mit Auszeichnung. Außerdem gehört er zu den ersten vier Absolventen, denen das Tiroler Dirigentenabzeichen in Gold verliehen wurde. Weiterhin ist Bernhard Schlögl der künstlerische Leiter der Innsbrucker Promenadenkonzerte, einer der europaweit renommiertesten Konzertreihen für Bläsermusik.

 



 

 

 

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