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Das Nordbayerische Jugendblasorchester kehrt auf die Konzertbühne zurück

748 Tage – so lange war das letzte Konzert des Nordbayerischen Jugendblasorchesters her. Was danach folgte, ist allen bekannt. Umso größer war deshalb die Freude, dass mit den beiden Konzerten in Bad Neustadt a. d. Saale und Bamberg wieder ein Stück Normalität in den Musikeralltag einkehren durfte. Gleichzeitig waren die beiden Konzerte auch das langersehnte Konzertdebüt des neuen Dirigenten Bernhard Schlögl. Doch nicht nur deswegen waren die vergangenen Wochen für das NBJBO eine Zeit, die noch lange im Gedächtnis bleiben wird!

Nachdem eine lange geplante Konzertreise im Juli noch coronabedingt abgesagt werden musste, lagen alle Hoffnungen darauf, dass die jährliche Sommerarbeitsphase wie geplant stattfinden kann. Das Wochenende der Konzertreise wurde deshalb als vorbereitendes Probenwochenende genutzt, bei dem der Verbandsdirigent Christian Lang bereits den ersten Eindruck der Stücke vermitteln konnte und eine erste Grundlage für die Arbeitsphase legte.

Die Probenwoche in Hammelburg Anfang September selbst war geprägt von einer intensiven und sehr produktiven Probenarbeit mit unserem Dirigenten Bernhard Schlögl, sowie Dozenten für die einzelnen Register, denen an dieser Stelle nochmal ein großer Dank auszusprechen ist!

Auch außerhalb der offiziellen Probenzeit waren die Musiker:innen motiviert, zusammen zu spielen. So entstanden im Laufe der Woche Ensemblebeiträge einzelner Register und auch für die traditionelle Blasmusik war nach den abendlichen Proben noch Ansatz übrig.

Abseits der musikalischen Arbeit zeigte sich zudem wieder einmal ein weiteres Erkennungsmerkmal des NBJBOs – die unglaublich gute Orchestergemeinschaft. Sei es eine gemeinsame nachmittägliche Wanderung durch die Hammelburger Weinberge, lustige Gesellschaftsspiele oder gemeinsame abendliche Kennenlernaktionen, jede gemeinsame Aktivität wird genossen.

All das trägt dazu bei, dass die Woche in Hammelburg getragen wurde von freundschaftlichem gegenseitigem Umgang, der sowohl während der Proben als auch bei abendlichen Gesprächen in geselliger Runde für eine ganz besondere Atmosphäre gesorgt hat.

Dementsprechend groß war nach der Probenwoche die Vorfreude auf das Konzertwochenende, welches das NBJBO in die Stadthalle nach Bad Neustadt a. d. Saale und die Sinfonie an der Regnitz, der Konzerthalle der Bamberger Symphoniker, führte.

Das Konzertprogramm war gespickt mit Werken verschiedenster Epochen und Stilrichtungen, eröffnet vom Koning Willem-Alexander Mars des niederländischen Komponisten Gert Buitenhuis.

Direkt im Anschluss war mit der Rhapsody for Alto Saxophone von André Waignein ein Highlight des Konzerts geboten. Denn die hervorragende Solistin Lena Iris Brendel, selbst ein langjähriges Mitglied des Orchesters, schaffte es mit Leichtigkeit, mit ihrem virtuosen und emotionalen Spiel das Publikum zu verzaubern.

Nach der genialen Saxofon-Rhapsodie folgte als Ruhepol der ersten Konzerthälfte der Colonial Song von Percy Aldridge Grainger, der die Sehnsucht nach der Heimat eindrücklich in musikalischer Form einfängt.

Einen schwungvollen Übergang in die Pause lieferte der Marche Militaire Francaise von Camille Saint-Saens, bevor in der zweiten Konzerthälfte ein weiteres Highlight des Konzerts auf die Zuhörer:innen wartete.

Mit der Symphony No. 4 von David Maslanka hat sich das NBJBO ein gewaltiges Werk der Blasorchesterliteratur ausgesucht. Inspiriert von dem tiefen Freudenschrei über die Schönheit des Lebens schrieb Maslanka ein abwechslungsreiches Stück, das dem Orchester viele Klangfacetten abverlangt. Mal melancholisch und intim, stellenweise aber auch klanggewaltig und brutal.

Dass sich die Mühen der Vorbereitung und vielen Proben gelohnt haben, bestätigte das Publikum durch ihren langanhaltenden Applaus, der vom Orchester mit zwei Zugaben belohnt wurde.

Mit dem leider eher unbekannten March for the Sultan Abdul Medjid von Gioacchino Rossini neigten sich die Konzerte dem Ende entgegen.

Als "letzten Aufruf" an das Publikum hatte das Orchester den modernen Klassiker Last Call von Otto M. Schwarz im Gepäck. Mit selbst einstudierten Choreografien haben die verschiedenen Register nochmal eindrucksvoll gezeigt, mit wie viel Spielfreude im NBJBO musiziert wird.

Auch hier gab es tosenden Applaus für das Orchester und seinen Dirigenten Bernhard Schlögl, der durch seine charmante und lockere Moderation die Konzerte perfekt abrundete. Da ist klar, dass die Chemie zwischen Dirigenten und Orchester stimmen muss. Glücklicherweise steht mit Bernhard Schlögl nun ein Dirigent am Pult, der sowohl musikalisch als auch menschlich wunderbar mit dem Orchester harmoniert!

Am Ende bleibt eine weit mehr als gelungene Arbeitsphase des Orchesters, die gekrönt wurde mit einem Wochenende voller magischer Momente, das den Musiker:innen und Konzertbesucher:innen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

DAS ist es, das ist das Nordbayerische!

 

 

 

 

Konzerte des NBJBO in Neustadt a. d. Saale und Bamberg:

Herzliche Einladung zu den beiden Konzerten des Nordbayerischen Jugendblasorchesters unter der Leitung von Bernhard Schlögl und Lena Brendel als Solistin!

Nachdem 2020 unsere Konzerte leider ausfallen mussten, freuen wir uns umso mehr in 2021 über zahlreiche Zuschauer in den beiden Sälen. Es warten auf euch eine außergewöhnliche Solistin am Saxofon und eine überwältigende Symphonie von David Maslanka.

Der Eintritt ist frei und es wird keine Voranmeldung benötigt! Es gelten die 3G-Regeln.

 

 

 

 

Ein Besonderes Jahr 2020 Für Das Nordbayerische Jugendblasorchester

 

Wie jedes Jahr haben sich Musikerinnen und Musiker aus ganz Nordbayern Ende August für eine Arbeitsphase des Nordbayerischen Jugendblasorchesters in der Musikakademie Hammelburg getroffen.

Wie jedes Jahr?  - Nicht ganz.

2020 ist für Alle ein ganz besonderes Jahr, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Vor Allem für das NBJBO startet in dieser doch speziellen Zeit ein neuer Abschnitt in seiner Geschichte.

1988 wurde das NBJBO gegründet und seitdem von dem damaligen Bundesdirigenten Ernst Oestreicher geleitet. Dieser zieht sich jedoch immer mehr in seinen wohlverdienten Ruhestand zurück und hat somit auch das NBJBO schweren Herzens abgegeben. Seit einem Auswahlverfahren Anfang des Jahres steht nun fest, dass die künstlerische Leitung nun in den Händen des Österreichers Bernhard Schlögl liegt.

Damit die Arbeitsphase trotz der ungewöhnlichen Umstände stattfinden konnte, wurde von Seiten des Organisations-Teams des NBJBO´s bereits im Vorfeld alles für eine Durchführung getan. So wurde vorab in Zusammenarbeit mit dem Musikbund und der Musikakademie ein Hygienekonzept erarbeitet, was den sich immer wandelnden Umständen stetig angepasst wurde.

Leider musste das geplante Konzertwochenende abgesagt werden. Stattdessen wurde ein Konzert am Ende der Phase in der Akademie angesetzt. Dieses musste dann jedoch kurzfristig wetterbedingt ebenfalls abgesagt werden und es wurde ein professioneller Live-Konzert-Mitschnitt gemacht.

Trotz diesen Umständen und den verschärften Bedingungen, wie Maskenpflicht und Abstand, hatten die Musiker eine schöne gemeinsame Zeit in Hammelburg und nutzten die Möglichkeit, ihren neuen Dirigenten kennenzulernen. Über die Woche ist das Orchester mit vielen neuen Mitgliedern unter der Leitung von Bernhard Schlögl zu einer großartigen Gemeinschaft zusammengewachsen, welche nicht nur durch die durchweg positive Probenatmosphäre, sondern auch durch gemeinschaftliche Wanderungen um die Akademie in Hammelburg entstand.

Der Dirigent hatte das Orchester mit seiner angenehm motivierenden Art sehr gut im Griff und es wurden Werke wie „Ouverture to Candide“ von Leonard Bernstein und „Poème Montagnard“ von Jan Van der Roost erarbeitet. Letzteres war eines der Hauptwerke und ganz speziell eine Herausforderung für die MusikerInnen: Einige mussten für einen tänzerischen Ausschnitt des Stücks kurzerhand das Spielen von Alt-, Sopran- und Tenorblockflöte erlernen. Mit leichten Startschwierigkeiten wurde dies aber mit Bravour gemeistert. Das wohl emotionalste Werk für das Orchester war „Magga - from the The Four Noble Truths“ von Philip Sparke, welches durch seine schwebende Atmosphäre die Luft im Proberaum zum Knistern gebracht hat. Als zweites größeres Werk neben „Poème Montagnard“ wurde das sowjetisch angehauchte Werk Symphony Nr. 3 „Slavyanskaya“ von Boris Tikhonovich Kozhevnikov erarbeitet. Dieses 1958 entstandene Blasorchesterwerk zwang das Orchester in seinen vier Sätzen unterschiedlichster Art in die Extremen der Dynamik und Technik. Der spielerische 5. Satz „Dance“ aus „The Valencian Widow“ von Aram Khachaturian verlangte dem NBJBO durch sein schnelles Tempo alles ab. Abgerundet wurde das eigentlich geplante Konzertprogramm mit Bigband-Sound und bekannten Melodien aus dem Musical „Girl Crazy“ von George Gershwin.

Musikalisch und menschlich wurde diese Woche nur leicht durch das aktuell einschränkende Virus und den damit einhergehenden Vorschriften beeinflusst. Die Musiker nahmen die Herausforderungen an und meisterten diese ohne Probleme.

Die jährliche Probenwoche des NBJBO´s wurde geprägt durch einen aufgeschlossenen, mitreisenden Dirigenten, einer perfekt harmonisierenden Gemeinschaft und dem Willen, täglich auf höchstem Niveau zu musizieren. Das ist es, was das „Nordbayerische“ ausmacht. 

 

 

 

 

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